Ein Appell an die Menschheit (vor allem an Pädagogen)

Ich bin wütend! Und wenn man wütend ist, kann man keinen klaren Gedanken fassen. Aber ich bin wütend. Und ich habe was zu sagen.

Diese Nachricht richtet sich zwar an alle Menschen dieser Welt, doch vor allem an Pädagogen. Ich will Ihnen ein schlechtes Gewissen machen. Denn Sie haben zu verantworten, dass Mädchen nicht träumen. Und dass Jungen in einer Gesellschaft aufwachsen, die sie nicht ändern wollen, weil sie darin die Gewinner sind.

Ich bin wütend. Aber weniger um mich, sondern um all die Kinder, die noch zu jung sind, um zu verstehen. Um all die Mädchen. Die gemobbt werden, weil sie doch so gerne mit den Jungs in den Pausen Fußball spielen würden. Um all die Jungs, die allein weinen, weil sie in der Öffentlichkeit ja keine Gefühle zeigen dürfen. Um all diejenigen, die sich schwach fühlen müssen, weil die Lehrerin mal wieder zwei starke Jungs drum gebeten hat, ihr beim Büchertragen zu helfen. Egal ob ein Mädchen, das sich total verarscht fühlt, weil, sie genau so gut ein paar Bücher tragen könnte, oder ob ein Junge, der sich fertig macht unter dem Druck als Junge stark sein zu müssen.

Ich bin wütend. Ich bin wütend und ich sehe nicht ein, dass die Menschen damit durchkommen. Egal ob Deutschlehrer oder nicht: es sind alle Pädagogen. Und Pädagogen müssen auf ihre Sprache achten. Genau wie auf ihr Verhalten. Nicht nur der Stoff, den sie ihren Schülern beibringen, wird von ihnen aufgenommen. Alles was sie tun und sagen hat Einfluss auf diese. Pädagogen haben eine Vorbildfunktion, die sie leider viel zu oft vergessen. In der Schule sollen keine politischen Haltungen vermittelt werden. Umso wichtiger ist aber das Erlernen vom Umgang mit der Politik, damit die Schüler eines Tages zu mündigen Bürgern unserer Gesellschaft werden, die mit unserem politischen System vertraut sind. Politische Bildung ist ein wichtiger Bestandteil der Schullaufbahn und sie soll im Sinne der Demokratie und unserer Verfassung erfolgen. Viel zu lange haben wir uns nicht an unsere Verfassung gehalten – sei es in der Frage um die Ehe für alle oder beim Tierschutz, wenn etwa männliche Küken, aussortiert und geschreddert werden – aber die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau steht nun mal im Grundgesetz. Artikel 3, Absatz 2:

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Es ist an der Zeit, dass diese Worte ernst genommen werden und als Werte unserer Demokratie vermittelt werden. Mit der richtigen Mentalität fängt es an. Zu Hause, ja. Aber vor allem in der Schule. Von den Pädagogen, die die Verpflichtung tragen, einem Mädchen das Träumen zu ermöglichen. Von einer Karriere als Juristin. Astronautin, Fußballspielerin. Und die Verpflichtung Jungs zu Männern zu erziehen, die wissen, dass unsere Welt von Gleichberechtigung profitiert. Jungs, die wissen, dass sie auch Vater und Husmann sein können, während ihre Frau ein Unternehmen betreibt. Weil das nicht weniger männlich ist, als wenn es andersrum der Fall wäre. Weil Männer nämlich nicht immer stärker sind als Frauen. Und weil Männer nicht die Welt regieren. Diesen Platz müssen sie sich mit Frauen teilen, und ihnen muss klar werden, dass sie dabei mehr gewinnen als verlieren.

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