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Weltweite Raketentests – Reine Machtshow oder Generalprobe zum großen Krieg (mit Video)

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von Raphael B. Ebler - für Cognito-Magazin.de - Die Zahl der Raketentests durch diverse Staaten weltweit scheint sich in den letzten Wochen vervielfacht zu haben. In den letzten sieben Tagen allein testeten Nord-Korea und zuletzt der Iran diverse Langstrecken und Trägerraketen, die zum Teil auch mit Atomwaffen bestückt werden können. Auch Russland, die USA und China haben erst vor wenigen Wochen diverse Raketentests durchgeführt. Auch hier kamen atomwaffenfähige Trägerrakten zum Einsatz. Russland kündigte zudem weitere Tests im Laufe der nächsten Monate an, bei denen ganze Salven von potenziellen Atomraketen von U-Booten aus gezündet werden sollen. Testabschussort soll die Baring-See sein.

Gleichzeitig stehen sich Kriegsschiffe mehrer NATO-Staaten, sowie die Marine von China, den USA und Russland an diversen Knotenpunkten auf den Ozeanen, vor dem Chinesischen Meer und im Mittelmeer gegenüber. Verbündete vollführen großangelegte Manöver, in regelmäßigen Abständen und in unmittelbarer Nähe zum potenziellen Feind, was weitere Spannung erzeugt.

Hinzukommen diverse Kriegsschauplätze im Nahen Osten, an denen z.B. Russland und die USA kontroverse Interessen durchsetzen möchten, z.B. in der Syrienpolitik. Problematisch ist hier die fehlende Kommunikation von Luftangriffen auf Rebellen und den Islamischen Staat durch Russland und die USA. Im Laufe der Bombardierungen von IS Hochburgen wäre es schon mehrfach beinahe zu katastrophalen Zwischenfällen gekommen. Auch die Spannungen zwisschen dem Iran und der Türkei, sowie der Konflikt zwischen Israel und dem Iran schüren den Kriegsherd Naher Osten.

China wiederum sorgt sich um die Integrität ihrer Exilinseln im Südchinesischen Meer, wo die USA und Japan mit ihren Marineeinheiten und Flugzeugträgern aktiv sind. China liess bereits deutlich durchblicken, dass man ein Eindringen in das von China beanspruchte Gebiet als Kriegsakt ansehen würde, welcher Konsequenzen haben würde. Dies war vorallem ein deutlicher Seitenhieb gegen die Manöverpolitik der USA im westlichen Pazifik.

Zu allem Überfluss findet gerade eine ideologische Spaltung Europas zwischen nationalstaatlicher Abschirmungspolitik und dem Fortbestand der EU statt. Die Flüchtlingskrise hat in einer Vielzahl von lLndern, wie Polen, Ungarn, Frankreich und auch Deutschland für ein Erstarken nationaler Parteien gesorgt. Durch die wirtschaftliche Stagnation und die bereits hohen sozialen Ungerechtigkeiten in vielen europäischen Staaten, wird der Widerstand gegen die etablierten Regierungsparteien und auch das neue Konkurrenzdenken zwischen den europäischen Staaten erhöht. Dies führt zum Erstarken von neuen radikalen Parteigruppierungen und zu einem gefährlichen nationalem Gedankengut, bei dem die inner- und außereuropäische Kooperation an Bedeutung verliert. Die noch regierenden Altparteien werden dazu gewzungen mehr und mehr auch am radikalen Rand der Bevölkerung nach Stimmen zu fischen und ihre Parteiprogramme anzupassen.

In den USA geht unterdessen die Angst vor den nächsten Präsidentschaftswahlen um, die dort zu einer teilweise aggressiven Spaltung der Gesellschaft in ultrarechte Anhänger von Trump und Co. und dem globalelitären Establishment um Hillary Clinton und ihrer noch regierenden "Demokraten" führt.

Die Menschen wollen weg vom der durch die letzten Regierungsperioden unter Bush und Obama weiter vorangetriebenen Globalisierungswahn, der den Untergang der amerikanischen Binnenwirtschaft und -industrie zur Folge hat. Die Ölpreiskrise verschärft die Lage vieler Amerikaner weiter, da mehrere Hundertausend Arbeiter durch den Untergang der unrentablen Frackingindustrie ihre Jobs verlieren. Viele große US-Konzerne haben zudem in den letzten Legislaturperioden weiter Jobs ins billigere Ausland outgesourced.

Höher werdende Lebenskosten bei gleichzeitig sinkendem Einkommen und die ausufernde finanzielle Ungleichheit senken die Kaufkraft der Bevölkerung. Dies spüren mittlerweile auch Großkonzerne wie Walmart und diverse andere Einzelhändler.

Die Unzufriedenen sehen derzeit Donald Trump als den Rächer der Enterbten, da dieser bislang nicht im politischen Geschäft tätig war und so gegenüber den bereits genannten Politikern mehr Glaubhaftigkeit vermittelt. Mit seinen verbalen Attacken gegen Ausländer und Parolen gegen seine Mitkandidaten punktet er, vorallem bei den nicht ganz so intellektuell beschlagenen Wählern. Doch egal, ob Trump oder Hillary, oder einer der anderen Kandidaten, die Gesellschaftskrise in den USA hat grundlegende strukturelle Probleme, die wahrscheinlich von keinem der Amtskandidaten behoben werden (können). So ist auch in den USA die Lage intern äußerst kritisch.

Diverse andere Faktoren sorgen ebenfalls für eine weitere Spannungszunahme zwischen diversen Machtstrukturen im internationalen Wettbewerb. Die Bankenkrise wurde seit 2008 nur weiter verschlimmert. Die Zockerei der Banken auf Kosten der Allgemeinheit findet noch immer statt. Diverse weltmarkttechnisch relevante Staaten und Firmen haben eine unglaubliche Summe von Derivaten und Schulden angehäuft, deren Rückzahlung im derzeitigen Schuldgeldsystem für die Ewigkeit unmöglich ist.

Immer weiter vermehren sich deshalb die Anzeichen für einen kompletten Zusammensturz des derzeitigen Finanzsystems und damit auch der derzeitigen Gesellschaftsordnung. Da dies den diversen Großmächten durchaus bekannt ist, versucht man bereits jetzt mit militärischen Mitteln gewappnet zu sein und strategisch wertvolle Gebiete unter die eigene Kontrolle zu bringen.

Die Folge all dieser Konflikte und der wachsenden Unsicherheit in der Bevölkerung, gepaart mit einem künstlich verschärften "Kampf der Kulturen" zwischen Christen und Muslimen, sorgt für ein äußerst prallgefülltes Pulverfass auf internationaler Ebene, das in atomaren Erstschlagsdrohungen und provozierenden Manövern seinen Ausdruck finden. M

an wird das Gefühl nicht los, dass schon ein kleiner Zwischenfall oder eine Fehleinschätzung militärischer Fremdmanöver ideologischer Konkurrenten zum Explodieren des Pulverfasses und zu einer anschließenden Kettenreaktion führen können. Dabei besteht, aufgrund vieler unüberschaubarer Faktoren - darunter die militärischen Kapazitäten der Großmächte USA, China und Russland sowie deren direkter Allianzen - dass der erste Funke die Gefahr eines weltumspannenden Folgekrieges real werden lässt.

Es wäre naiv zu glauben, dass es sich bei all dem derzeit stattfindenden Säbelrasseln nur um reine Show für die Massen handelt, zumal einige Akteure, z.B. Nordkorea, als durchaus unberechenbar und irrational handelnd angesehen werden müssen. Auch eine kurzfristige Entspannung der Lage scheint leider utopisch zu sein.

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