B61-Bombe mit Atomsprengkopf, Foto: US Air Force, Lizenz: gemeinfrei

USA rüsten ihr Nukleararsenal auf

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Von Raphael B. Ebler -
für Cognito-Magazin.de -

B61-Bombe mit Atomsprengkopf, Foto: US Air Force, Lizenz: gemeinfrei

B61-Bombe mit Atomsprengkopf, Foto: US Air Force, Lizenz: gemeinfrei

US-Präsident Barack Obama hatte im Wahlkampf 2010 mehrmals versprochen das Nuklearwaffenarsenal der Vereinigten Staaten zukünftig weiter reduzieren zu wollen. Dieses Versprechen scheint nun nicht mehr gültig zu sein. Wie diverse Medien vermelden, wollen die USA nun stattdessen ihr in Europa stationiertes Nukleararsenal modernisieren und mit neuen Raketentechnologien ausstatten.

Die Obama-Regierung plant die Investition von rund 11 Milliarden US-Dollar in die Modernsierung und die Verbesserung der Nuklearwaffentechnologie in Europa investieren. Unter anderem sollen die B61-Atombomben dadurch weiterhin instandgehalten werden und zusätzlich sollen Lenkflossen an die Atombomben angebracht werden. Diese können dann gezielter auf ihren Bestimmungsort gelenkt werden, falls es zum Einsatz kommt. [1]

Rund 200 B61-Bomben sollen mit den Lenkflossen bestückt werden. Sie lagern in verschiedenen Standorten in Europa, u.a. in amerikanischen Stützpunkten in Deutschland sowie in Belgien, den Niederlanden, Italien und der Türkei. Die Lenkflossen sollen für eine Erweiterung des Einsatzgebietes der Bomben sorgen. Diese können beispielsweise mit F35-Stealth-Kampfbombern zum Abwurfort gebracht und nach dem Abwurf dann durch die Lenkflossen zielgenau an ihren Einschlagsort manövriert werden.

Laut dem Zentrum für Waffenkontrolle und Nicht-Verbreitung von Nuklearwaffen, lagern die USA derzeit ca. 1950 Atomsprengköpfe, darunter die genannten 200 B61-Bomben, in den fünf NATO-Staaten.
Ausserdem verfügen die USA im eigenen Land über etwa 2650 Sprengköpfe und 3000 weitere, die zur Abrüstung vorgesehen sind. [2]

"Besonders in Kombination mit den F35-Bombern mit Stealth-Technologie werden die von Europa aus erreichbaren Ziele deutlich erweitert. Durch die bessere Manövrierung zu den potenziellen Zielen wird eine geringere Sprengkraft benötigt”, erklärte Hans Kristensen, ein Nuklearwaffenexperte der Federation of Nuclear Scientists gegenüber The Guardian. [3]

Gleichzeitig bedeutet die genauere Zielbarkeit der Bomben eine geringere Verteilung des nuklearen Fallouts im Umkreis der Ziele. Laut Kristensen erhöht diese Tatsache die Bedenklichkeit der Modernisierungsaktion, da es bedeutet, dass Nuklearwaffen "nutzbarer" würden.

In 2010 hatte die US-Regierung noch verkündet, ihr Nukleararsenal zu reduzieren und insbesondere keine neuen nuklearen Sprengköpfe zu entwickeln, als auch keine weiteren Militärmissionen für Nuklearwaffen zu schaffen und keine Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten zu kreieren. Dies scheint mit der jetzigen Aufrüstungsstrategie nicht länger der Fall zu sein.

Die USA sind das bisher einzige Land, welches Atombomben auch im Krieg eingesetzt haben. Durch die Atombomben-Abwürfe über Hiroshima und Nagasaki im Jahre 1945 kamen ca. 210000 Menschen direkt ums Leben, Zehntausende mehr erkrankten an der Strahlenkrankheit oder starben an den durch die radioaktive Verstrahlung verursachten Krebserkrankungen.

Neben den USA ist Russland das Land mit den meisten nuklearen Sprengköpfen. Mit insgesamt 8500 Atomsprengköpfen (davon 4000 zur Abrüstung vorgesehen) verfügt das Land sogar noch über 1000 mehr als die USA. [2]

Fraglich ist bei der von der US-Regierung geplanten Modernisierung ihres Nuklearwaffenarsenals auch die Vereinbarkeit mit dem zwischen den USA und Russland bestehenden START-Abkommen (Strategic Arms Reduction Treaty), welches eine allmählich Verringerung des nuklearen Waffenarsenals der beiden Länder vorsieht.

Quellen für diesen Artikel waren:
[1] http://www.presstv.ir/detail/2013/04/22/299609/obama-nuke-uturn-10bn-set-for-b61s/
[2] http://armscontrolcenter.org/issues/nuclearweapons/articles/fact_sheet_global_nuclear_weapons_inventories_in_2012/
[3] http://www.guardian.co.uk/world/2013/apr/21/obama-accused-nuclear-guided-weapons-plan

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