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Spanien: Volkspartei will Uralt-Atommeiler wieder ans Netz bringen

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Der Atommeiler in Santa María de Garoña soll laut Plänen der spanischen Regierung bald wieder ans Netz gehen. Der Meiler ist der älteste Atommeiler Spaniens. Der völlig veraltete und längst abgeschaltete Atommeiler war 1971, während der Franco-Diktatur, erbaut worden und lieferte bis 2012 Atomstrom rund 460 Megawatt im Jahr, bevor er nach 42 Jahren im Dezember 2012 abgeschaltet und vom Netz genommen wurde.

Nicht nur die Umweltschutzorganisationen in Spanien laufen Sturm gegen die Bestrebungen, das Atomkraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen. Spanien braucht den Strom ohnehin nicht, das haben die letzten drei Jahre gezeigt, in denen Garoña abgeschaltet war, obwohl es seit vier Jahren praktisch keinen Ausbau erneuerbarer Energien mehr gegeben hat. Die Überschüsse werden nach Portugal, Marokko und immer stärker auch nach Frankreich geleitet.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurde der baugleiche Meiler in Spanien während des europaweiten Atomkraftwerk-Stresstests überprüft und es wurden mehrere gravierende Mängel festgestellt - u.a. an den Notkühlsystemen. Die notwendigen Reparaturen und Modernisierungen machten den Meiler dann unrentabel, weswegen 2012 die Stillegung erfolgte.

Nichtsdestotrotz stellte der Betreiber Nuclon im Jahre, auf Wunsch der Volkspartei, 2014 einen Antrag auf Laufzeitverlängerung. Mit Unterstützung der konseravtiven Volkspartei (PP) und der Atomenergiebehörde soll das AKW Santa María de Garoña nun die Laufzeitverlängerung erhalten und bis 2031 weiter Strom liefern - obwohl Spanien keineswegs auf den Atomstrom aus Santa María de Garoña angewiesen ist, da das Land einen großen Stromüberschuss produziert. Aufgrund der fehlenden Rentabilität hatte sich der Betreiber Nuclon zunächst selbst gegen die Wiederinbetriebnahme gesträubt. Von der konservativen Volkspartei wurden jedoch Vergünstigungen und die langfristige Laufzeitverlängerung in Aussicht gestellt.

Sozialisten, Umweltverbände und Bürger stellen sich gegen die Verlängerung. Alle Parteien außer der PP halten eine Wiederinbetriebnahme für keine gute Idee. Die Volkkspartei selbst hat nur noch wenig Zeit, um die Wiederinbetriebnahme zu forcieren. Sollte es den Sozialisten gelingen eine neue Regierung zu bilden, so ist die Laufzeitverlängerung wohl vom Tisch.

Allgemein scheinen es rein politische Gründe zu sein, den Meiler wieder in Betrieb zunehmen, dabei sollen Sicherheitsaspekte nur eine untergeordnete Rolle spielen, äußerten sich die Fachvereinigung für Nuklearsicherheit und Strahlenschutz.

"Es würden Gutachten abgenickt, die der Einschätzung der Spezialisten im Kontrollrat entgegenstehen. Wer dagegen opponiert oder an die Öffentlichkeit geht, sitze auf einem Schleudersitz, hatte die Fachvereinigung für Nuklearsicherheit und Strahlenschutz (Astecsn) kritisiert. Sie hatte die Beschäftigten erstmals in der CSN-Geschichte zum Protest gegen "Repressalien" aufgerufen. Die Angestellten gingen Ende Januar auf die Straße und forderten vor dem Sitz der Kontrollbehörde auch "Transparenz und Unabhängigkeit". Es müsse stets nach "technischen Kriterien" über Sicherheitsfragen entschieden werden, gefordert wird eine adäquate "Sicherheitskultur"." (Quelle: Telepolis)

Es ist unschlüssig, wieso das Risiko eines Nuklearunfalles bei einem derart alten Meiler unnötig provoziert werden soll. In der Tat bleibt deshalb zu hoffen, dass der Meiler abgeschaltet bleibt.

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