Die Insel Guam im Pazifik, Karte: CIA World Factbook, gemeinfrei

Russland provoziert USA durch Bomber-Überflug über US-Militärbasis in Guam

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Von Raphael B. Ebler -
für Cognito-Magazin.de -

Russland hat, nach übereinstimmenden Medienberichten, die US-Air Force am Dienstag letzter Woche in Alarmbereitschaft versetzt. [1]

Die Insel Guam im Pazifik, Karte: CIA World Factbook, gemeinfrei

Die Insel Guam im Pazifik, Karte: CIA World Factbook, gemeinfrei

Wie erst jetzt bekannt wurde, flogen an diesem Tag zwei russiche Tu-95 Bear-H Bomber, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können, über den Luftraum des US-Hoheitsgebietes über Guam im Pazifik.

Laut Angaben des US-Air Force Captains Kim Bender, wurden zwei US Air Force F-15 abgeordert, um die ohne Ankündigung und Erlaubnis in den Luftraum eingedrungenen russischen Bomber nach Norden abzudrängen. Er bestätigte, dass die beiden Bomber nach Norden abgedrängt wurden und keine weiteren Maßnahmen oder Zwischenfälle hervorgerufen worden seien. Aus Sicherheitsgründen wurden keine genaueren Details seitens des US-Militärs bekannt gegeben. [2]

Der Zwischenfall wurde als höchst ungewöhnliches Ereignis beschrieben, zumal bislang keine russischen Bomber im Pazifik aktiv gewesen seien. Die Bomber waren offenbar von den mehrere tausend Kilometer entfernten russischen Luftwaffen-Basen entlang der russischen Pazifikküste gestartet.

Der Zwischenfall gab Aufrüstungsbefürwortern in den USA neuen Schwung, u.a. ließ John Bolton, ehemaliger UN-Botschafter und früherer Untersekretär des US-Ministeriums für internationale Sicherheit, verlauten, dass es jeden Tag "neue Beweise [gäbe], dass Obamas Abrüstungsstrategie gefährlich für die nationale Sicherheit [der USA]" sei.

Militäroffizielle vermuten, dass die Bomber über Guam mit sechs Kh-55 oder Kh-55M Cruise Missiles ausgerüstet gewesen seien. Die Reichweite dieser Raketen wurde mit 1.800 Meilen beziffert. Diese Raketen sind in der Lage auch atomare Sprengköpfe mit bis zu 200 Kilotonnen zu transportieren.

Die Abfangjäger, welche die Bomber abgedrängt hätten, stammen ursprünglich aus der in Japan gelegenen Kadena Air Base und hätten sich für Manöver in Guam befunden.

Guam ist eine der strategischen US-Militärbasen im Pazifik und ist auch Teil der US Luft-See-Kampf-Strategie im asiatischen Raum.

Auch Verletzungen des japanischen Luftraumes durch russiche Kampfflugzeuge des Typs Su-27 seien im Laufe der letzten Woche vorgekommen.

Russischer Tu-95 Bear-H Bomber, Foto: US Navy, gemeinfrei

Russischer Tu-95 Bear-H Bomber, Foto: US Navy, gemeinfrei

Die Luftraumverletzung über Guam war die insgesamt dritte unerlaubte Verletzung fremden Luftraumes durch russische Flugzeuge seit Juli letzten Jahres. Damals waren russische Kampfflugzeuge in den Luftraum bei Alaska eingedrungen und hatten kanadische und amerikanische Abfangjäger in Alarm versetzt.

Die USA befürchten, dass es sich um die Simulation richtiger Angriffe seitens Russland handeln könnte und verurteilten die Aktion der russischen Luftwaffe als Verstoß gegen das START-Abkommen.[3]

Außenstehende Militärexperten interpretierten die Provokation Russlands als strategische Botschaft gegenüber den USA im Hinblick auf die dortige Diskussionen über die zukünftigen Mittel im Verteidigungsetat, insbesondere im Etat für nukleare Waffen.

Für die Befürworter eines ausgedehnten Verteidungsetats, insbesondere was die nuklearen Kapazitäten der USA angeht, liefern Vorfälle wie diese logischerweise Argumente gegen die Verkleinerung des nuklearen Arsenals.

Quellen für diesen Artikel waren u.a.:
[1] http://www.foxnews.com/politics/2013/02/16/nuclear-armed-russian-jets-reportedly-circled-us-territory-guam/
[2] http://rt.com/usa/news/tu-95-guam-pentagon-spending-377/
[3] http://freebeacon.com/bear-bombers-over-guam/

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