Massenprotest in New York vor dem Bürgerkrieg 1861, Bild: Harpers Weekly (1861), Lizenz gemeinfrei

Mehr als ein Drittel der Amerikaner hält Revolution gegen eigene Regierung für unvermeidbar

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Von Raphael B. Ebler -
für Cognito-Magazin.de -

Massenprotest in New York vor dem Bürgerkrieg 1861, Bild: Harpers Weekly (1861), Lizenz gemeinfrei

Massenprotest in New York vor dem Bürgerkrieg 1861, Bild: Harpers Weekly (1861), Lizenz gemeinfrei

In Amerika grassiert der Revolutionsgedanke. Laut einer Umfrage der Fairleigh Dickinson Universität, New Jersey, rechnen rund 37 % der befragten Amerikaner mit der Notwendigkeit einer bewaffneten Revolution gegen die Regierung. Nur 47 % sprachen sich deutlich gegen eine solche Revolution aus. [1]

Die Befürworter einer Revolution berufen sich auf den 2. Verfassungsgrundsatz der amerikanischen Verfassung, dass den Widerstand der Bevölkerung gegen eine ausser Kontrolle geratene Regierung vorsieht und zu diesem Zweck das Recht auf Waffenbesitz garantiert.

Dieses Recht wird von der derzeitigen Regierung allerdings immer weiter eingeschränkt, was viele Amerikaner als eine Gefahr für das Land sehen. Obama hatte nach dem Schulmassaker an der Sandy Hook Highschool im vergangenen Jahr insgesamt 23 Präsidialdirektiven (Executive Orders) erlassen, die eine umfangreichere Waffenkontrolle und Hintergrundchecks von Waffenkäufern vorsehen.

Ausserdem ermöglichen sie staatlichen Stellen den Einzug von Waffenlizenzen und Schusswaffen.

Mit Gesetzesvorschlägen, die ein Verbot von automatischen und halbautomatischen Schusswaffen als Ziel hatten, ist die Regierung bislang jedoch im Senat gescheitert. [2]

Die radikalen Ansichten der Amerikaner, was den legalen Waffenbesitz betrifft, sind weit verbreitet. Viele Lobbygruppen und Bürgerverbände sowie ehemalige Kriegsveteranen, sagen der Einschränkung des 2nd Amendment den Kampf an und drohen mit einer Revolution, sollte die Regierung dies vorantreiben.

Vergleiche mit früheren Entwaffnungen der Zivilbevölkerung, z.B. unter Hitler in Deutschland, Stalin in Soviet-Russland oder in der Türkei während der Herrschaft der Ottomanen, werden häufig gezogen und es wird darauf hingewiesen, das einer Entwaffnung häufig ein Völkermord nachfolgte, da sich die Bevölkerung nicht mehr gegen die staatlichen Organe zur Wehr setzen konnte. [3]

Doch die Revolutionstendenzen sind nicht nur wegen des Angriffs auf das 2nd Amendment vorhanden. Die schlechte Wirtschaftslage, Massenarbeitslosigkeit, Korruption, überrregulierung beim Anbau von Lebensmitteln auch für Privatleute und viele weitere Faktoren schüren die Unzufriedenheit der amerikanischen Bürger.

Ein weiterer Faktor ist die Aushebelung von Bürgerrechten im Rahmen der Terrorismusbekämpfung, die seit dem 11. September stetig vorangetrieben wird. Damit verbunden sind vermehrte Polizei-Checkpoints, ausgiebige Personenkontrollen durch die Transport and Security Agency an Flughäfen und die erleichterte Verhaftung von Bürgern unter dem Deckmantel des "Terrorverdachtes". [4][5][6]

Man fürchtet totalitäre Zustände und die willkürliche Ausrufung eines Polizeistaates aufgrund von Vorfällen wie dem Attentat von Boston oder vergleichbarer Situationen.

Die Versprechen Obamas im Wahlkampf 2008 und die Slogans "Hope" und "Change" sehen viele Amerikaner mittlerweile nur noch als blanken Hohn an. Die Wirtschaft hat sich seit der Wahl Obamas dramatisch verschlechtert, die Staatsschulden haben sich seit seinem Amtsantritt beinahe verdoppelt, trotz der immer wieder aufkommenden Beteuerungen einer Wirtschaftserholung. Eine Besserung ist nicht in Sicht und aus der Sicht vieler Amerikaner hat die Regierung in dieser Hinsicht versagt. 50 Millionen US-Bürger sind mittlerweile auf Essensmarken und staatliche Unterstützung angewiesen.

Die Immobilienblase, sinkende Einkommen und nicht zurückzahlbare Hypotheken, haben Millionen Amerikaner aus ihrem American Dream gerissen. Die Verzweiflung und Aussichtslosigkeit steigt in breitem Maße an und damit auch die Unzufriedenheit mit der Regierung. In diversen US-Bundesstaaten, z.B. in Texas, wurden bereits Petitionen gestartet, die einen Austritt der Bundesstaaten aus den USA fordern. [7] Bislang haben über 700.00 Bürger in mehreren Staaten diese Petitionen unterschrieben. Die Anzahl der Austrittsbewegungen wächst rasant.

Die Situation ähnelt in dieser Hinsicht der Situation vor dem 1. Bürgerkrieg in den USA zwischen 1861 und 1865, als ein Großteil der Südstaaten, aufgrund der Spaltung über das Sklaventum, aus der Union austraten.

Drohen die USA also in einen neuen Bürgerkrieg abzudriften? Die Wahrscheinlichkeit dafür wächst mit jedem Tag, an dem die Wirtschaft sich nicht erholt, Bürgerrechte weiter beschnitten werden und die Politik in Washington sich immer weiter von den Belangen der Bürger entfernt. Sparmaßnahmen im Regeirungsapparat aufgrund des drohenden Bankrottes sorgen dafür, dass der Staat immer opressiver wird und durch größere Polizeibefugnisse und den Einsatz von Militärpolizei im Inneren versucht seine Macht durch Zwang zu erhalten. Viele Amerikaner sehen hier parallelen zu Nazi-Deutschland oder Soviet-Russland.

Die Ausrüstung für einen bewaffneten Widerstand ist in der Bevölkerung in jedem Falle vorhanden, geschätzt besitzen alle US-Bürger zusammen um die 300 Millionen Waffen, zwischen 40 und 50 % aller US-Haushalte besitzen mindestens eine Schusswaffe. [8]

Vielleicht ist es auch die Angst der Regierung, dass die Bürger tatsächlich zur revolutionären Tat schreiten, welche die Vorstöße bei der Waffenkontrolle erklären könnten. Insofern sind auch die Bedenken der Bürger nachvollziehbar: Sind die Waffen erst konfisziert, ist die Bevölkerung der Regierung schutzlos ausgeliefert. Eines ist deshalb sicher: Keine der beiden Seiten wird ihr Ziel (Machterhalt/Revolution) kampflos erreichen.

Quellen waren u.a.:
[1] http://www.n-tv.de/politik/Jeder-dritte-US-Buerger-fuer-bewaffnete-Revolution-article10581856.html
[2] http://publicmind.fdu.edu/2013/guncontrol/
[3] http://www.mercyseat.net/gun_genocide.html
[4] http://www.11september2001memorial.com/a1.html
[5] http://www.howstuffworks.com/patriot-act.htm
[6] http://www.aclu.org/blog/tag/ndaa
[7] http://www.nytimes.com/2013/01/16/us/politics/texas-secession-movement-unbowed-by-white-house-rejection.html?_r=0
[8] http://www.justfacts.com/guncontrol.asp

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