Illegaler Fischfang, Foto: Screenshot aus 'Illegal Fishing Exposed', Quelle: EJF

Illegale Fischerei bedroht Existenz von Fischern in Westafrika und anderen Regionen

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Von Raphael B. Ebler -
für Cognito-Magazin.de -

Im Westen Afriks gibt es eine Vielzahl kleiner Küstendörfer, in denen die Menschen noch versuchen sich eigenständig zu ernähren und das tun sie überwiegend durch Fischfang.
Die Dorfbewohner fahren mit kleinen Fischerbooten raus auf's Meer um für sich, ihr Dorf und ihre Familie den großen Fang zu landen.

Illegaler Fischfang, Foto: Screenshot aus 'Illegal Fishing Exposed', Quelle: EJF

Illegaler Fischfang, Foto: Screenshot aus 'Illegal Fishing Exposed', Quelle: EJF

Während die Dorfbewohner, die meist auch eine gültige Lizenz bzw. Erlaubnis zum Fischenin den Gewässern rund um ihre Küstendörfer besitzen und dies dort mit relativ rudimänterer Ausrüstung betreiben, kommen große Fischfangtrawler aus entfernten Gebieten, häufig über Nacht, ohne eine Lizenz und unangemeldet. Mit moderner Technik, umfassender Fischfangausrüstung und Schleppnetzen suchen und fangen sie die großen Fischschwärme in den Küstengebieten Westafrikas, um den Fisch in andere Regionen der Erde zu transportieren. [1] Deshalb verringert sich der "große Fang" für viele Küstenbewohner und legale Fischer in vielen Regionen immer mehr.

Wenn am nächsten Tag, nachdem die illegalen Fischtrawler unterwegs waren, die Küstenanwohner zu See fahren, sind die Schwärme ausgedünnt oder vertrieben, so dass für die kleinen Fischer nur noch Reste übrig bleiben, die oftmals kaum zum Überleben reichen. Besonders in den den Seegebieten in Westafrika, um Liberia und Sierra Leone, tummeln sich unzählige große Fischtrawler und fischen illegal, unangekündigt und unreguliert (IUU-Fischerei) in Gewässsern für die sie keine Genehmigung haben.

Für die Anwohner der Küstenregionen wird es immer schwieriger erfolgreich auf Fischfang zu gehen. Dies liegt nicht nur an der eher altmodischen Ausrüstung der Fischer. Es liegt vorallem daran, dass die Gewässer von den in IUU-Fischerei verwickelten Fischfangtrawlern leergefangen werden.

Fischschwärme, die in der Vergangenheit zahlreich und leicht fangbar auch für die Küstenfischer waren, sind durch die illegale Fischerei heute so stark dezimiert und in tiefere Gewässer vertrieben, dass sie durch traditionelle Methoden des Fischfangs, kaum noch erreicht werden können.

Dies hat nicht nur eine Existenzgefährdung für die Einwohner der Fischerdörfer zur Folge, sondern sorgt auch für die Gefährdung der Fischbestände in den illegal befischten Meeresregionen.

Ein Hauptproblem, was die illegale Fischerei angeht, ist, dass sich die illegalen Fischer nicht an Fangquoten halten und in Gebiete vordringen, in denen Fischerei zum Schutz der Natur und der Bewohner für große Fischtrawler verboten ist. Dies gefährdet die Regeneration der Fischbestände und sorgt für einen Rückgang der Fangerträge für legale Fischfänger.

Diverse NGOs und Naturschutzverbände beobachten diese illegalen Aktivitäten von Booten aus Belize, Frankreich, Spanien and Süd Korea.

Die Organisation Environmental Justice Foundation, zum Beispiel, ist eine dieser Organisationen, die sich mit den Auswirkungen der illegalen, unangekündigten und unregulierten Fischerei befasst und seit geraumer Zeit in den Gewässern Westafrikas Beweise gegen illegale Fischfänger sammelt. Die EJF fordert eine Kennzeichnungspflicht mit sogenannten Unique Vessel Identifiers (UVI) für alle Fischtrawler sowie die Einichtung einer weltweiten Datenbank für diesen Zweck, in der alle Fischereifangboote mit entsprechender Kennzeichnung gespeichert werden sollen.

Während ihrer Arbeit zur Bekämpfung von IUU-Fischerei in Westafrika, hatdie EJF Beweise gesammelt, die eine zwingende Notwendigkeit einer internationalen Datenbasis fuer industrielle Fischereifahrzeuge offenbart. Eine derartige internationale Datenbasis umfasst unikate Schiffsidentifikationnummern (Unique Vessel Identifiers UVI) und Informationen ueber Eigentuemer, Flagge, Aktivitaet, Charakteristiken und Genehmigungen eines jeden Schiffes. EJF hat viele Fälle dokumentiert, in denen Schiffe mehrfach ihre Identitäten wechselten – durch die einfache Veränderung von Flagge, Namen oder Radio-Signal – um Ermittlungen und Sanktionen zu entkommen. [2]

Steve Trent, Geschäftsfuehrer der EJF, sagte: „Mehr Transparenz ist aeusserst notwendig im Marine-Fischereisektor. Eines der Schluesselinstrumente, zur Erzielung von Transparenz, ist die Erstellung eines Globel Records fuer Fischereifahrzeuge, die durch Internationale Maritim Organisation (IMO) – Nummern mit zugehoerigen Schiffsidentifikationsnummern, unterstuetzt wird. Ausschlaggebend hierfuer ist die Erfordernis einer politische Fuehrung, um dies Wirklichkeit werden zu lassen. Dies ist der Grund, warum wir Regierungen und Fischereiunternehmen um Unterstuetzung bitten – zur Erstellung eines Global Records. Wir koennen es uns nicht leisten laenger zu warten, um akkurate Informationen ueber industrielle Fischereifahrzeuge zu erhalten.“ [2]

Die Initiative der EJF wird auch von der EU, dem weltweit größten Fischereimarkt, unterstützt. Maria Damanaki von der Europäische Kommission fuer Maritime Angelegenheiten und Fischerei, sagte: „Genau wie ein Auto ein Nummernschild benoetigt, sollten alle grossflaechigen Schiffe eine Schiffsidentifikationsnummer besitzen. Dadurch wird es uns vereinfacht sie zurueck zu verfolgen, um sicher zu stellen dass illegale Fischereiprodukte unseren Markt nicht betreten. Gleichzeitig wuerden wir damit gesetzestreue Fischereilieferanten schuetzen." Sie sagte weiter: "Die Kommission wird mit Mitgliedsstaaten, anderen Staaten und buergergesellschaftlichen Organisationen zusammenarbeiten, um dieses Ziel schnellstmoeglich zu verwirklichen.“ [2]

Wenn die illegale Fischeri nicht bald beschränkt werden kann, droht vielen Küstendörfern die Vernichtung ihrer Existenz und den Fischbeständen in den bereits überfischten Weltmeeren, nicht nur in Westafrika, droht der Kollaps. Dies hat dann nicht nur Folgen für die lokal Betroffenen sondern kann langfristig zu einem kompletten Einbruch der Fischerei führen. Nur wenn Fischbestände geschützt, Fangquoten beachtet und die Belange der lokalen Fischer gewahrt bleiben, kann es eine Nachhaltigkeit beim Befischen der Meere geben.

NGOs wie die EJF und Aktionen wie Stop Illegal Fishing [3] sind deshalb ungeheuer wichtig um dieses Ziel zu erreichen. Im folgenden ein Videobeitrag der EJF:

Quellen für diesen Artikel:
[1] http://www.reuters.com/article/2012/03/15/us-westafrica-fishing-idUSBRE82E0HD20120315
[2] Pressemitteilung EJF vom 24.04.2013, http://www.ejfoundation.org/node/646
[3] http://www.stopillegalfishing.com/what_is_sif_doing.php

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