Die Phlegräischen Felder bei Neapel, Foto: NASA, gemeinfrei

Droht der Supervulkan Solfatara in den Phlegräischen Feldern auszubrechen?

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Von Raphael B. Ebler -
für Cognito-Magazin.de -

Der Boden in den Phlegräischen Feldern bei Neapel, am Fuße des Vesuv, hebt sich laut Untersuchungen, u.a. von Thomas Wiersberg vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam, seit geraumer Zeit in erhöhtem Maße. Laut Wiersberg liegt die Anhebung des Untergrundes seit mehreren Monaten über dem normalen Durchschnitt bei ca. 3 cm pro Monat. Dies sei eine beträchtliche Hebung, heißt es.[1]

Die Phlegräischen Felder bei Neapel, Foto: NASA, gemeinfrei

Die Phlegräischen Felder bei Neapel, Foto: NASA, gemeinfrei

Die Phlegräischen Felder haben eine Ausdehnung von mehr als 150 km² und ziehen sich vom westlichen Stadtrand von Neapel entlang der Küste des Mittelmeeres bzw. des Golfes von Neapel und untermeerisch nach Südwesten bis zu den Inseln Ischia und Procida und nach Nisida im Nordosten. Die Felder sind geprägt von einer Vielzahl von Vulkankratern, u.a. dem Solfatara, einem der 20 Supervulkane der Erde, dessen Krater zu 2/3 unsichtbar im Mittelmeer liegt. [2]

Die große unterirdische Vulkanaktivität führt zur Erhitzung des Erdbodens und zur Ausbildung unzähliger Thermalquellen, Solfatare und Fumarole, die Anziehungspunkt für viele Touristen sind. Charakteristisch für die Phlegräischen Felder ist der durch Sulfate gelbgefärbte Untergrund.

Im Jahre 2008 entdeckten Wissenschaftler, dass die Magmakammer unter den Phlegräischen Feldern in zehn Kilometern Tiefe mit der Magmakammer des Vesuv verbunden ist. [2] Die Mengen an Magma und der entstehende Druck unter den Phlegräischen Feldern sind enorm.

Zwar sei nicht ganz klar, wieso sich der Erdboden in der Region so drastisch erhebt, Geologen vermuten jedoch, dass sich die gewaltige Magmakammer unter den Phlegräischen Feldern derzeit mit Magma füllt und so die Anhebung hervorruft.

Der steigende Druck unter der Erdoberfläche sei, laut Wiersberg, für die Erhebung des Bodens verantwortlich. Je höher der Druck steigt, umso größer wird das Risiko eines Ausbruchs. Der italienische Zivilschutz erhöhte erst kürzlich die Warnstufe für die Region in der mehrere Millionen Menschen leben. [1]

Der Vesuv bei Neapel, Fotolizenz: CC-SA_2.0_Italy

Der Vesuv bei Neapel, Fotolizenz: CC-SA_2.0_Italy

Thomas Wiersberg weist jedoch darauf hin, dass eine Anhebung des Bodens nicht zwingend einen Vulkanausbruch zur Folge haben muss. In den 1960ern und 1970er Jahren sei es ebenfalls zu einer größeren Anhebung des Erdbodens in der Region gekommen. Damals hob sich der Boden in drei Jahren um 1,5 Meter. Durch die Anhebung wurden viele Häuser in Mitleidenschaft gezogen. Ein Ausbruch blieb jedoch aus. [1]

Anfang der 1980er Jahre erschütterten über 11000 Erdstöße das Gebiet und sorgten für eine Anhebung um 3,5 Meter. Auch damals kam es jedoch nicht zum Ausbruch.

Bis zu drei Millionen Menschen müssten bei einem Ausbruch aus der direkten Umgebung evakuiert werden. Trotzdem gibt es, laut einem Artikel der Stuttgarter Zeitung, noch keine konkreten Evakuierungspläne. Schwierig sei vor allem abzuschätzen, wo in dem 150 km2 großen Areal der Plegräischen Felder es zuerst zu einem Ausbruch käme. Im Gegensatz zum Vesuv, der mit annähernder Sicherheit stets an seiner Spitze ausbreche, gäbe es laut den Geologen in den Phlegräischen Feldern eine Vielzahl möglicher Ausbruchsorte, sowohl an Land als auch im angrenzenden Mittelmeer. [2]

Während die Wahrscheinlichkeit für einen gewaltigen Vulkanausbruch derzeit zwar wieder ansteigt, warnen die geologischen Experten vor zu viel Panik. Dennoch könnte ein Ausbruch des Supervulkanes Solfatara Auswirkungen auf die gesamte Erde nehmen. Die Gas- und Rauchentwicklung bei einem Ausbruch wäre gewaltig und hätte durchaus Konsequenzen für die Atmosphäre auf dem ganzen Planeten.

Quellen für diesen Artikel waren u.a.:

[1] http://nachrichten.t-online.de/sorge-um-supervulkan-bei-neapel-waechst/id_61865392/index
[2] http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.vulkan-campi-flegrei-der-unsichtbare-supervulkan.8fa752bb-0b00-4b48-8a80-f358dd08e104.html

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