Innocence of Muslims Film, Screenshot

Die übertriebene Wut der Muslime und die westliche Doppelmoral im Falle des Mohammed-Films

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Von Raphael B. Ebler -
für Cognito Magazin -

Innocence of Muslims Film, Screenshot

In den letzten Tagen hat ein Mohammed-Film eines koptisch-christlichen Regisseurs weltweit für Furore gesorgt. Der mit muslimischen Schauspielern, die unter falschen Versprechungen zum Mitmachen überredet wurden, gedrehte Film "The Innocence of Muslims" (Die Unschuld des Islam) zeigt den muslimischen Propheten Mohammed ausschließlich in negativen Aspekten. Der bei der Produktion verwendete Titel "Desert Warrior" sollte laut Angaben einer beteiligten Schauspielerin ein Katastrophenfilm über einen Meteoriteneinschlag werden, schreibt N24. Offenbar hat der Regisseur jedoch nach den Dreharbeiten den Sinn des Films ins komplette Gegenteil gedreht.

Die Veröffentlichung des Films im Internet hat Muslime im Nahen Osten, dem Sudan und weltweit auf die Barrikaden geschickt.
Westliche Politiker zeigen in diesem Zusammenhang wieder einmal ihre Doppelmoral: Sie verurteilen die Gewalt der protestierenden Muslime, distanzieren sich aber in keinster Weise vom Inhalt des Films.

"Den Mitwirkenden sei gesagt worden, der Streifen mit dem Arbeitstitel "Desert Warrior" (Wüstenkrieger) handele von einem Meteoritensturz auf die Erde, sagte die als Ana Giorgobiani geborene Frau aus der Südkaukasusrepublik. Der Film sei dann in der Nachproduktion völlig verändert worden, behauptete sie." [1]

Man kann beim Betrachten des Films zwar nicht nachvollziehen, wieso sich Muslime über eine derart stümperhafte Produktion überhaupt aufregen, die eher an eine Parodie als an ein ernsthaftes filmisches Werk erinnert. Die Art der Produktion ist jedoch offenbar nicht entscheidend. Die im Film betriebene Darstellung Mohammeds als böse und blutrünstig ist das, was die Muslime so erregt. Der koptische Christ Nakoula Basseley Nakoula scheint offenbar die Produktion vorangetrieben zu haben.[2]

Die Beweggründe für die Produktion sind mit großer Wahrscheinlichkeit im anti-islamischen Glauben des koptischen Christen Nakoula zu suchen. Es kann vermutet werden, dass Nakoula zum Einen Aufruhr in der islamischen Welt erzeugen, als auch den Islam als todbringende und rachsüchtige Religion darstellen wollte. Die Reaktion der Muslime ist nachvollziehbar, wenn man die Einstellung der Muslime zu ihrer Religion betrachtet.

Auch die Haltung der westlichen Regierungen und Medien gegenüber dem Film kann als Ursache für die Ausschreitungen gegen westliche Botschaften, vor allem der USA und Deutschlands, genannt werden. Während die gewalttätigen Ausschreitungen der Muslime und die Verbrennung westlicher Staats-Symbole durch die Protestierer umgehend durch Regierungen und Muslimverbände in Deutschland verurteilt wurden, ist aus keiner Regierungsstelle in Deutschland eine explizite Distanzierung vom Inhalt des Films vorgenommen worden. Man erinnere sich gleichzeitig daran, wie euphorisch und mit welcher Wortwahl Kanzlerin Angela Merkel letztes Jahr den USA zur Erschießung Osama Bin Ladens gratulierte (siehe [*]).

Man kann den Eindruck gewinnen, dass den westlichen Regierungen die Gewaltausschreitungen offenbar in die Agenda passen, um die islamischen Völker weiter als Feinde des Westens darstellen zu können. Gleichzeitig muss man allerdings auch beachten, dass die Reaktion der Muslime auf diesen Film, die Darstellung der Religion innerhalb des Filmes teilweise bestätigt. Statt gelassen und gleichgültig gegenüber einer minderwertigen Filmproduktion zu bleiben, lassen sich die eher ungebildeten Schichten innerhalb der islamischen Welt durch diverse Strippenzieher zur Echauffierung und politischen Instrumentalisierung missbrauchen.

Nur wenige Politiker haben sich bislang zu kritischen Äußerungen über den Film hinreißen lassen und ein Verbot der Aufführung in Deutschland gefordert. Für ein Verbot spricht Artikel 166 des Strafgesetzbuches: „wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“. Andererseits schützt Artikel 5 des Grundgesetzes die Meinungs- und Kunstfreiheit. Nur ein Gericht könnte über das Verbot des Filmes in Deutschland entscheiden.

Ob ein Verbot des Filmes in Deutschland tatsächlich etwas bringen würde, lässt sich bezweifeln, da er im Internet weiterhin zugänglich sein wird. Es bliebe also nur die Zensur des Internets übrig. Dies wiederum wirft die spekulative Frage auf, ob der Film nicht absichtlich veröffentlicht wurde, um die Zensur des freien Internets zum Schutz der öffentlichen Ordnung voranzutreiben und als Argument die ausufernde Gewalt aufgrund des Filmes heranzuziehen.

Unterdessen hat, laut Recherchen von SWRinfo, ein der Hisbollah nahestehender Mann eine erste Demonstration gegen den Film in Deutschland angemeldet.
Die Demonstration soll am Freitag um 15 Uhr in Freiburg am Karlsplatz stattfinden. Sicherheitskräfte fürchten Ausschreitungen. [3]

In jedem Fall führt der Film zu weiteren Spannungen zwischen muslimischer und westlicher Welt und zur Destabilisierung des Nahen Ostens und anderer muslimischer Länder. Eine weitere Eskalation scheint vorprogrammiert. Auch US-Präsident Barack Obama sieht, laut Focus Online, eine „anhaltenden Krise mit unvorhersehbaren diplomatischen und politischen Konsequenzen“ auf den Nahen Osten und die Welt zukommen. [4]

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:
[1] http://www.n24.de/news/newsitem_8227523.html
[2] http://www.focus.de/politik/ausland/innocence-of-muslims-fragen-und-antworten-zum-islamfeindlichen-schmaehfilm_aid_821885.html
[3] http://www.tagesschau.de/inland/mohammed-demo100.html
[4] http://www.focus.de/politik/deutschland/die-unschuld-der-muslime-islamfeindlicher-film-soll-nicht-in-deutschland-gezeigt-werden_aid_820472.html
[*] http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Osamas-Tod-als-grossen-Erfolg-gewuerdigt-id14931086.html

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