Einer der ersten jemals gebauten VW Golf, Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F054863-0012 / Engelbert Reineke, Lizenz: CC-BY-SA

Autos “Made in Germany” werden zu drei Vierteln im Ausland gebaut

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Von Raphael B. Ebler -
für Cognito-Magazin.de -

Einer der ersten jemals gebauten VW Golf, Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F054863-0012 / Engelbert Reineke, Lizenz: CC-BY-SA

Einer der ersten jemals gebauten VW Golf, Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F054863-0012 / Engelbert Reineke, Lizenz: CC-BY-SA

"Made in Germany" hat sich als Marke im weltweiten Handel etabliert und gilt als Erkennungsmerkmal für hohe Qualität. Besonders auf den internationalen Absatzmärkten im Automobilmarkt sind deutsche Autos sehr gefragt. "Made in Germany" steht für Langlebigkeit, Robustheit sowie hohe Fertigungs- und Materialansprüche.

Dass nicht alle Autos, auf denen das Siegel "Made in Germany" drauf steht, auch in Deutschland gefertigt wurden, hat das Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen nun in einer Studie herausgefunden, dies berichtet das Handelsblatt. [1]

Ein Großteil der Produktion sei vor allem vom deutschen Autobauer VW mittlerweile ins Ausland verlagert worden. So fertige VW nur noch jedes vierte Auto in Deutschland. Die restlichen drei Viertel der Produktion würden u.a. in Werken in China produziert.

Im Vergleich zum Jahre 2008 sei der Anteil der im Ausland gefertigten Wagen damit nochmals angestiegen. In der 2008er Studie des CAR wurde damals festgestellt, dass jedes dritte deutsche Fahrzeug im Ausland gebaut wurde. [2]

Auch andere deutsche Automarken verstärken ihre Auslandsproduktion. Der deutsche Produktionsanteil läge jedoch bei den Herstellern von teuren und damit margenträchtigeren Modellen höher als bei VW: Mercedes-Benz fertigt demnach 68 %, BMW 70 % und die VW-Tochter Audi 81 % ihrer Wagen in Deutschland an. [2]

Der Chef des CAR-Institutes Ferdinand Dudenhöffer plädiert unter diesen Umständen für eine Neulabelung bei im Ausland gefertigten Autos. So soll das Label "Made in Germany" stattdessen in "Entwickelt in Deutschland" umbenannt werden, sofern der Wagen nicht vollständig in Deutschland hergestellt wurde.

Die Studie stellte allerdings auch fest, dass im Ausland produzierte deutsche Autos keineswegs als minderwertig zu bezeichnen sind. Man wies ausdrücklich darauf hin, dass die Produktionswerke in China und anderen Ländern häufig relativ neu und damit moderner seien als die deutschen Werke. Desweiteren biete eine Produktion in der Nähe des Absatzmarktes deutliche Einsparungsmöglichkeiten, da weniger Transportkosten anfielen. China ist derzeit einer der größten Auto-Märkte der Welt [3], weshalb die Fertigung der Autos in China durchaus Sinn mache, heißt es. Die Produktion im Ausland sei für die Autobauer um einiges günstiger als eine Fertigung innerhalb Deutschlands, heißt es weiter.

Es wird prognostiziert, dass der Automarkt in China bis 2030 größer sein wird als Europa, Japan und die USA zusammen. [3]

Der Volkswagen-Konzern mit den Marken, Audi, VW, Seat und Skoda belegt in den Verkaufszahlen in Europa derzeit den ersten Platz mit knapp drei Millionen verkauften Automobilen pro Jahr. Mercedes Benz steht im Ranking des Europäischen Automobilverbandes ACEA auf dem 8. Platz (0,63 Millionen Autos im Jahr), BMW auf dem 7. Platz (0,77 Millionen). [4]

Quellen für diesen Artikel waren u.a.:
[1] http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/studie-nur-noch-jeder-vierte-volkswagen-kommt-aus-deutschland/7831868.html
[2] http://www.rp-online.de/auto/news/nur-jeder-dritte-pkw-made-in-germany-1.2417007
[3] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/autoindustrie-chinesen-kaufen-mehr-autos-als-europaeer-1.1563670
[4] www.acea.be/images/uploads/files/20130116_PRPC-FINAL-1212.pdf

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